Walter Kletzl
Architekt
2001
Deutsches Meeresmuseum, Stralsund / Deutschland

Das Projekt aktiviert latente Qualitäten des Bauplatzes und versucht vorgefundene ‘landschaftliche’ Aspekte in neuer Interpretation in den Wettbewerbsbeitrag miteinzubeziehen. Konkret entwickelt es sich aus der Überlagerung von 2 urbanen Feldern, welche den jeweiligen Charakter um die Hafeninsel manifestieren. Beide, sowohl das verdichtete Stadtfeld von Stralsund wie auch das urbanisiertes Meer, üben von entgegengesetzter Richtung einen latenten Druck auf die Hafeninsel aus und werden in der städtebaulichen Intervention verstärkt.

Die Qualitäten des Entwurfs bewegen sich so im Spannungsverhältnis zwischen Land und Wasser. Einerseits soll ein Museum entstehen, in welchem die Menschen mehr Information über das Meer aufsaugen können, andererseits soll es den ausgesuchten Bewohnern des Meeres einen würdigen Lebensraum bieten. Mit diesen Parametern schieben sich die beiden Felder über die Hafeninsel, um dort zu kollabieren. Durch die Überlagerung entstehen dabei Mutationen, neuartige Gebilde sowohl in programmatischer, als auch architektonischer Hinsicht:

eine ‘mutierte Küstenlandschaft’.

Der Verzicht auf das traditionelle Herzeigen einer adäquaten ‘Haut’ schafft Potential für tiefgreifendere architektonische Qualitäten: die komplexe Raumentwicklung, die Schnittstelle Landschaft/Gebautes und eine hochelastische Organisation führen zu einem einzigartigen Raumambiente.